Beste Absichten
Zwei Monate hat es gedauert, bis meine selbst gezogenen Tomatenpflänzchen so groß waren, dass ich sie draußen an der Hauswand in Töpfe pflanzen konnte. Ich war so froh, wie kräftig und gesund sie aussahen.
Nach ein paar Wochen begann plötzlich eine Tomatenpflanze zu sterben. Die Blätter wurden kraftlos und gelb, obwohl sie genügend Wasser und Nährstoffe bekam. Ich schaute genauer hin und bemerkte, dass ich den Knoten der Halteschnur zu eng gemacht hatte. Der Stamm war inzwischen so dick geworden, dass die Schnur sich tief eingeschnitten hatte. In diesem Fall war der Stamm nur noch an wenigen Stellen verbunden.
Drei Pflanzen sind inzwischen abgestorben, die anderen leben noch. Ich weiß allerdings noch nicht, was passieren wird, wenn sie Früchte tragen und dadurch schwerer werden. Die verletzten Stellen habe ich stabilisiert.
Schon jetzt bilden die Pflanzen dort eine kleine Verdickung – als würden sie sich selbst heilen.
Diese Beobachtung hat lange in mir nachgewirkt.
Wie wichtig scheint es doch, immer wieder nachzujustieren und zu fragen, was es jetzt braucht. Hat sich meine Komfortzone erweitert? Sind meine Entwicklungsräume gewachsen? Welchen geschützten Raum braucht es jetzt?
Es ist eine Gratwanderung.
Es braucht genügend Luft und Raum für Herausforderungen und Wagnisse, damit Leben sich entfalten kann.
So möchte ich uns allen diese Fragen stellen:
An welcher Stelle wird dein Schutzbedürfnis zur Strategie, Leben zu vermeiden?
Wo wird deine Komfortzone zu eng und zu unlebendig?
Und welche Fragen entstehen in dir, wenn du diese Geschichte nachklingen lässt?
Um ihnen Halt zu geben, befestigte ich an jedem Stängel eine Schnur. Die Schnüre wurden oben am Dach angebunden. Mein Plan war, die Pflanzen beim Wachsen zu stützen und die Schnur immer wieder um den Stängel zu wickeln – als Stabilisierung gegen Wind und starken Regen. Dafür musste ich die Schnur unten am Stängel festknoten.
Wunderbar – geschafft. Dreizehn junge Tomatenpflanzen schienen sicher, gestützt und geschützt. Alles in bester Absicht.
Wunderbar – geschafft. Dreizehn junge Tomatenpflanzen schienen sicher, gestützt und geschützt. Alles in bester Absicht.
Nach ein paar Wochen begann plötzlich eine Tomatenpflanze zu sterben. Die Blätter wurden kraftlos und gelb, obwohl sie genügend Wasser und Nährstoffe bekam. Ich schaute genauer hin und bemerkte, dass ich den Knoten der Halteschnur zu eng gemacht hatte. Der Stamm war inzwischen so dick geworden, dass die Schnur sich tief eingeschnitten hatte. In diesem Fall war der Stamm nur noch an wenigen Stellen verbunden.
Ich war entsetzt und traurig. Sofort kontrollierte ich alle anderen Pflanzen und lockerte die Schnüre, sodass sie wieder genügend Raum zum Wachsen hatten.
Drei Pflanzen sind inzwischen abgestorben, die anderen leben noch. Ich weiß allerdings noch nicht, was passieren wird, wenn sie Früchte tragen und dadurch schwerer werden. Die verletzten Stellen habe ich stabilisiert.
Schon jetzt bilden die Pflanzen dort eine kleine Verdickung – als würden sie sich selbst heilen.
Diese Beobachtung hat lange in mir nachgewirkt.
Ja, es ist wichtig, für Schutz und Halt zu sorgen. Doch kann dieses Schutzbedürfnis auch so eng werden, dass mir das Leben dabei abhandenkommt?
Wie wichtig scheint es doch, immer wieder nachzujustieren und zu fragen, was es jetzt braucht. Hat sich meine Komfortzone erweitert? Sind meine Entwicklungsräume gewachsen? Welchen geschützten Raum braucht es jetzt?
Und wie zeigt sich dieses Thema in meinen Beziehungen? Möchte ich andere beschützen – und werde dabei selbst zur einengenden Kraft?
Es ist eine Gratwanderung.
Aus Kümmern kann Verkümmern werden.
Es braucht genügend Luft und Raum für Herausforderungen und Wagnisse, damit Leben sich entfalten kann.
So möchte ich uns allen diese Fragen stellen:
An welcher Stelle wird dein Schutzbedürfnis zur Strategie, Leben zu vermeiden?
Wo wird deine Komfortzone zu eng und zu unlebendig?
Was könnte ein erster Schritt sein, den Knoten zu lockern und wieder mehr Luft zu atmen?
Wem möchtest du sagen, dass du dich ab jetzt wieder um dich selbst kümmerst?
Bei wem ist es Zeit, die Verantwortung für Schutz loszulassen?
Wem möchtest du sagen, dass du dich ab jetzt wieder um dich selbst kümmerst?
Bei wem ist es Zeit, die Verantwortung für Schutz loszulassen?
Und welche Fragen entstehen in dir, wenn du diese Geschichte nachklingen lässt?
Greta Horn, 25.7.26